Sie befinden sich hier: Start |Ingeborg-Drewitz-Preis |2001 |Rede Ritzkowsky |

Ingeborg-Drewitz-Preis 2001

an Pfarrer Joachim Ritzkowsky

Startseite     Bericht     Rede des Preisträgers     Laudatio

 

Auszug aus der Rede von Joachim Ritzkowsky

 

"Der Witz dieser Veranstaltung ist, dass eine Institution, die sich in ihrer Gründungsschrift ausdrücklich gegen klerikale Bindungen ausspricht, heute hierher in die Kirche kommt, um einem Kleriker (das bin ich) einen Preis zu geben. Ich denke, das ehrt diese Institution. Es zeigt an, dass sie nicht ideologisch ist, dass sie ohne Vorurteil hinschaut - auch hinter die Mauern der Kirche. Was sehen Sie hier? Ein Gebäude, das von innen aufgebrochen und aufgesägt worden ist, das seine ungute klerikale Vergangenheit zwar noch dokumentiert, aber zugleich überwindet. Leider haben besagte Kleriker und hat der clerus der Kirche lange geglaubt, aus dem 'Ausgelost-' oder 'Auserwählt-Sein' eine Machtposition ableiten zu können, hat geglaubt, andere Menschen binden, beherrschen, drangsalieren und bevormunden zu dürfen. Aber im Gründungsdokument der Kirche steht nicht: 'Bindet den Menschen!' sondern: 'Macht los die Gebundenen!' (Jesaja 61,1). Uns geht es um Öffnung der Mauern, um Einbeziehung der Fremden, um Akzeptanz der Ausgegrenzten, um Weite des Blickes, um 'Offene Kirche'. "

Zeichnung von Joachim Ritzkowsky

Joachim Ritzkowsky, wie er sich selbst sah