{"id":128,"date":"2009-01-15T12:00:00","date_gmt":"2009-01-15T11:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/berlin.humanistische-union.de\/presse\/bvg-peepshow-sollte-nicht-verlaengert-werden\/"},"modified":"2021-08-30T15:45:35","modified_gmt":"2021-08-30T13:45:35","slug":"bvg-peepshow-sollte-nicht-verlaengert-werden","status":"publish","type":"presse","link":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/pressemeldungen\/bvg-peepshow-sollte-nicht-verlaengert-werden\/","title":{"rendered":"BVG-Peepshow sollte nicht verl\u00e4ngert werden"},"content":{"rendered":"<p>Die Humanistische Union weist den Vorschlag der Berliner CDU zur&uuml;ck, die Videoaufzeichnungen der BVG-&Uuml;berwachungskameras anstatt 24 Stunden k&uuml;nftig 48 Stunden lang zu speichern. Die B&uuml;rgerrechtsorganisation warnt davor, den Versprechungen der Berliner Verkehrsbetriebe erneut blind zu folgen: Ein 2006 durchgef&uuml;hrtes Pilotprojekt zur Videoaufzeichnung sei entgegen den Verlautbarungen des Unternehmens ein sicherheitspolitischer<br \/>Placebo gewesen, wie ein Blick in die Begleitstudie [1] verr&auml;t. &#8222;<i>Entscheidungen &uuml;ber den weiteren Einsatz der Technik sollten deshalb erst getroffen werden, wenn verl&auml;ssliche Daten &uuml;ber die Wirksamkeit und die Nebenfolgen der Video&uuml;berwachung vorliegen<\/i>&#8222;, fordert der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Humanistischen Union anl&auml;sslich der heutigen ersten Lesung des Gesetzentwurfs [2]. Er erinnerte die Abgeordneten an ihre Verpflichtung, die Praxis der fl&auml;chendeckenden Video&uuml;berwachung bei den Berliner Verkehrsbetrieben gr&uuml;ndlich zu evaluieren.<\/p>\n<p>Nach dem 2007 ge&auml;nderten Berliner Datenschutzgesetz (&sect; 31 b Abs. 3 a S. 2 BlnDSG) darf die BVG die Aufzeichnungen ihrer nahezu 1000 Kameras auf den U-Bahnh&ouml;fen bis zu 24 Stunden speichern. Die CDU begr&uuml;ndet ihren Vorsto&szlig; zur Verdopplung der Speicherfrist damit, dass sich so mehr Straftaten aufkl&auml;ren lie&szlig;en und die Speicherdauer an eine bundesweit g&uuml;ltige Frist angepasst w&uuml;rde. Dagegen erinnert Sven L&uuml;ders an die besondere Sensibilit&auml;t der Video&uuml;berwachung bei der BVG: &#8222;<i>Wenn ein &ouml;ffentliches Unternehmen die Verkehrs-Infrastruktur einer Gro&szlig;stadt mit Kameras &uuml;berwacht, dann sollten daf&uuml;r strengere Ma&szlig;st&auml;be gelten als f&uuml;r zwei einsame Kameras auf einem Bahnhofsvorplatz. In Berlin sind t&auml;glich &uuml;ber eine Million Menschen auf die BVG angewiesen und m&uuml;ssen sich dabei von deren Kameras filmen lassen.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Nach j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichten Zahlen hat die Berliner Polizei im vergangenen Jahr &uuml;ber 2.000 Mal Bilder bei der BVG abgerufen. Einen Sicherheitsgewinn kann die Humanistische Union aus diesen Zahlen allein nicht erkennen: &#8222;<i>Aus den Berichten geht weder hervor, in wie vielen F&auml;llen die BVG brauchbare Bilder liefern konnte, noch, ob sich damit Verd&auml;chtige identifizieren oder gar &uuml;berf&uuml;hren lie&szlig;en. Ob die Videokameras &ndash; jenseits von spektakul&auml;ren Einzelf&auml;llen &ndash; wirklich Straft&auml;ter abgeschreckt oder deren Verfolgung verbessert haben, ist noch nicht erkennbar<\/i>&#8222;, betont Sven L&uuml;ders. Die Humanistische Union fordere die Berliner Landesregierung und das Parlament auf, den Einsatz und die Auswirkungen der Video&uuml;berwachung bei der BVG durch unabh&auml;ngige Wissenschaftler untersuchen zu lassen. Nur mit Hilfe der Ermittlungsbeh&ouml;rden und der Justiz lie&szlig;e sich kl&auml;ren, welchen Sicherheitsgewinn die Videodaten wirklich bieten. Auch sei unklar, ob Straftaten, die bei der BVG vermieden wurden, nicht andernorts begangen werden. L&uuml;ders verweist auf die Verdr&auml;ngungseffekte der Video&uuml;berwachung in anderen St&auml;dten: &#8222;<i>Eine blo&szlig;e Verlagerung der Kriminalit&auml;t in nicht &uuml;berwachte Bereiche der Stadt kann man nicht als erfolgreiche Kriminalpolitik feiern.<\/i>&#8220; Schlie&szlig;lich sei auch zu untersuchen, ob bei gewaltt&auml;tigen Zwischenf&auml;llen durch den Kameraeinsatz nicht die Zivilcourage der Mitreisenden abnimmt &ndash; hier habe sich das Vertrauen in die Kameratechnik bisweilen als Sicherheitsrisiko herausgestellt.<\/p>\n<p><b>Weiterf&uuml;hrende Informationen:<\/b><\/p>\n<p>[1] Leon Hempel \/ Christian Alisch (2006): Evaluation der 24-Stunden-Videoaufzeichnung in U-Bahnh&ouml;fen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (Zwischenbericht), abrufbar unter: <br \/><a href=\"http:\/\/berlin.humanistische-union.de\/typo3\/ext\/naw_securedl\/secure.php?file=uploads\/media\/04_Evaluationsbericht.pdf&amp;hash=4d0e2bbca1483db515b16af5d6cd025c&amp;t=1629583251&amp;u=0\">https:\/\/www.humanistische-union.de\/uploads\/media\/04_Evaluationsbericht.pdf<\/a><\/p>\n<p>[2] Fraktion der CDU: Gesetz zur &Auml;nderung des Berliner Datenschutzgesetzes &ndash; Speicherung von Videoaufnahmen bis zu 48 Stunden lang. <a href=\"http:\/\/www.parlament-berlin.de:8080\/starweb\/adis\/citat\/VT\/16\/DruckSachen\/d16-2028.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LT-Drs. 16\/2028<\/a><\/p>\n<p><i>F&uuml;r R&uuml;ckfragen steht Ihnen Sven L&uuml;ders unter Mobilnr. 0152 \/ 0183 1627 zur Verf&uuml;gung.<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[20,28],"autoren":[13],"class_list":["post-128","presse","type-presse","status-publish","hentry","tag-berlin-presse","tag-berlin-videoueberwachung","autoren-sven-lueders"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>BVG-Peepshow sollte nicht verl\u00e4ngert werden - HU Berlin-Brandenburg<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/pressemeldungen\/bvg-peepshow-sollte-nicht-verlaengert-werden\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"BVG-Peepshow sollte nicht verl\u00e4ngert werden - HU Berlin-Brandenburg\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Humanistische Union weist den Vorschlag der Berliner CDU zur&uuml;ck, die Videoaufzeichnungen der BVG-&Uuml;berwachungskameras anstatt 24 Stunden k&uuml;nftig 48 Stunden lang zu speichern. 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