{"id":60,"count":0,"description":"Innenpolitik\n\n1) Unter welchen Voraussetzungen halten Sie Video&uuml;berwachung an &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Orten (z. B. U-Bahnen) f&uuml;r zumutbar?\n\nDie Video&uuml;berwachung an Orten wie der U-Bahn ist vor allem eine Sache des Hausrechts des Eigent&uuml;mers. Eine generelle Video&uuml;berwachung auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en und Pl&auml;tzen lehnen wir ab, da damit die Kriminalit&auml;t oftmals nur verlagert wird. An gef&auml;hrdeten Orten halten wir jedoch eine Video&uuml;berwachung f&uuml;r richtig. Bahnh&ouml;fe sind, wie die Terroranschl&auml;ge in London und Madrid zeigen, gef&auml;hrdet. Insofern halten wir die Entscheidung der BVG und der Deutschen Bahn, im Rahmen ihres Hausrechts in den Bahnh&ouml;fen eine Video&uuml;berwachung durchzuf&uuml;hren, f&uuml;r richtig. Zwar lassen sich unmittelbar bevorstehende Anschl&auml;ge nicht verhindern, doch konnte zum Beispiel in London nach dem fehlgeschlagenen Anschlagsversuch einer Wiederholung verhindert werden.\n\nIn jedem Fall m&uuml;ssen die Regeln des Datenschutzrechts beachtet werden. Insbesondere d&uuml;rfen die Videoaufnahmen, falls eine Speicherung erfolgt, nur so lange gespeichert werden, wie erforderlich. Es d&uuml;rfen auch nicht mehr Personen als erforderlich Zugang zu den gespeicherten Aufnahmen haben.\n\n2) Bef&uuml;rworten Sie die Einrichtung einer unabh&auml;ngigen Beschwerdestelle, die Vorw&uuml;rfen unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen polizeilichen Handelns nachgeht(Polizeibeauftragte\/r)?\n\nF&auml;lle, in denen der Polizei vorgeworfen wird, unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gehandelt zu haben, werden in der Regel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses thematisiert. Die Polizeif&uuml;hrung ist nach unserer Erfahrung ehrlich bem&uuml;ht, die Sachverhalte aufzukl&auml;ren. Wir haben den Eindruck, dass mit dem Anspruch gearbeitet wird, aus Fehlern zu lernen, anstatt zu vertuschen oder zu verharmlosen. Vor diesem Hintergrund glauben wir nicht, dass die Einrichtung eines Polizeibeauftragten zu einem h&ouml;heren Ma&szlig; an Sachaufkl&auml;rung beitragen k&ouml;nnte.\n\n3) Bef&uuml;rworten Sie eine individuelle Kennzeichnung von Polizistinnen und Polizisten?\n\nWir bef&uuml;rworten die individuelle Kennzeichnung von Polizistinnen und Polizisten. In weiten Bereichen ist das Tragen der Namensschilder bereits jetzt die Regel. Eine individuelle Kennzeichnung von Polizeibeamten in geschlossenen Eins&auml;tzen durch eine Buchstaben oder Zahlenkombination halten wir ebenfalls f&uuml;r richtig. Dies wollen wir jedoch nicht gegen die Sorgen der Polizeibeamtinnen und -beamten durchsetzen,sondern die Polizeibeamten davon &uuml;berzeugen, dass sie allen Grund haben, dem B&uuml;rger selbstbewusst und deswegen auch offen gegen&uuml;berzutreten.\n\n\ndem Ansehen Deutschlands bzw. Berlins in der Welt schaden k&ouml;nnten?\n\nDas Ansehen Deutschlands in der Welt beruht auf dem Aufbau einer freiheitlichen Demokratie nach der NS-Diktatur. Gerade deshalb k&ouml;nnen Versammlungen nicht allein deswegen verboten werden, weil es dem Ansehen Deutschlands schaden k&ouml;nnte.\n\n\nin der N&auml;he von Parlamentsgeb&auml;uden stattfinden?\n\nDemonstrationen sollten auch in der N&auml;he von Parlamentsgeb&auml;uden stattfinden k&ouml;nnen. Allerdings sollte dabei darauf geachtet werden, dass Sitzungen des Parlamentes nicht gest&ouml;rt werden. Insbesondere sollten die Parlamentarier ihre Entscheidungen nicht unter dem \"Druck der Stra&szlig;e\" treffen, sondern in sorgf&auml;ltiger Abw&auml;gung. Deshalb ist aus unserer Sicht die derzeitige Rechtslage eine gute L&ouml;sung, Versammlungen in Parlamentsn&auml;he an den Tagen zuzulassen, an denen keine Sitzungen des Abgeordnetenhauses oder seiner Organe und Aussch&uuml;sse stattfinden. Sie gilt im Land Berlin f&uuml;r das Abgeordnetenhaus und auf Bundesebene f&uuml;r den Reichstag.\n\n\ndie Menschenw&uuml;rde beeintr&auml;chtigen?\n\nVersammlungen, die die Menschenw&uuml;rde beeintr&auml;chtigen, sind bereits jetzt verboten. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ist im Zusammenhang mit anderen Grundrechten zu sehen. Die Menschenw&uuml;rde steht dabei &uuml;ber allen anderen Grundrechten.\n\n5) Bef&uuml;rworten Sie die Abschaffung verdachtsunabh&auml;ngiger Kontrollen an so genannten kriminalit&auml;tsbelasteten Orten?\n\nWir haben die verdachtsunabh&auml;ngiger Kontrollen von Fahrzeugen, die sog. \"Schleierfahndung\" nach sorgf&auml;ltiger Pr&uuml;fung abgeschafft, weil die Polizei uns dargelegt hat, dass diese Eingriffsbefugnis f&uuml;r sie nicht erforderlich ist. Weiterhin ist die Polizei nach &sect; 21 Abs. 2 ASOG unter engen Voraussetzungen befugt, die Identit&auml;t von Personen festzustellen, wenn sie sich an bestimmten Orten aufhalten, die man verk&uuml;rzt damit beschreiben kann, dass sie kriminalit&auml;tsbelastetet sind. Dazu z&auml;hlt beispielsweise, dass dort Straftaten von erheblicher Bedeutung verabredet, vorbereitet oder ver&uuml;bt werden sollen oder dass sich dort Straft&auml;ter aufhalten. Diese Befugnis halten wir f&uuml;r sinnvoll und wollen sie beibehalten.\n\n6) Bef&uuml;rworten Sie die Abschaffung der Rasterfahndung?\n\nZun&auml;chst gilt es, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum nordrhein-westf&auml;lischen Polizeigesetz sorgf&auml;ltig auszuwerten. Vieles spricht daf&uuml;r, dass die Berliner Regelung, die enger gefasst ist, Bestand haben wird. Eine weitere Frage ist, ob die Rasterfandung nach den bisherigen Erfahrungen &uuml;berhaupt ein geeignetes Mittel zur Abwehr terroristischer Angriffe ist. Dies muss man nun bezogen auf denkbare zuk&uuml;nftige Bedrohungslage analysieren.\n\n7) Bef&uuml;rworten Sie das zwangsweise Verabreichen von Brechmitteln bei Menschen, die des Drogenhandels verd&auml;chtigt werden?\n\nEine Person, die gro&szlig;e Mengen an Drogen im eigenen K&ouml;rper schmuggelt, ist damit nicht nur an einem organisierten Verbrechen beteiligt, das viele Drogenabh&auml;ngige das Leben kostet, sondern gef&auml;hrdet auch sich selbst in ganz erheblichem Ma&szlig;e. Zumeist werden diese Drogen in Kondomen oder sehr d&uuml;nnen Beh&auml;ltnissen geschluckt. Die Besch&auml;digung der Verpackung und die augenblickliche Freisetzung der Drogensubstanz f&uuml;hrt zu einer &Uuml;berdosis, die in der Regel zu schwersten Gesundheitssch&auml;den oder zum Tode f&uuml;hrt. Das rechtfertigt in begr&uuml;ndeten Verdachtsf&auml;llen die Verabreichung von Brechmitteln unter &auml;rztlicher Aufsicht. Es muss dabei sichergestellt sein, dass die Verabreichung des Brechmittels nicht seinerseits wegen einer Vorsch&auml;digung der Gesundheit des mutma&szlig;lichen Drogenkuriers zu Komplikationen f&uuml;hrt.\n\nDemokratie und gesellschaftliche Teilhabe\n\n1) Bef&uuml;rworten Sie - &uuml;ber die beschlossenen Ver&auml;nderungen bei B&uuml;rgerbegehren und Volksentscheid - weitere Verbesserungen f&uuml;r direktdemokratische Verfahren? Wenn ja, welche?\n\nDie Neuregelungen zum Volksbegehren und Volksentscheid gelten erst im Falle der Zustimmung der Wahlberechtigten am 17. September. Sollte sich das Volk f&uuml;r die Annahme dieser Neuregelung entscheiden, was wir sehr hoffen und wof&uuml;r wir werben, so werden wir die einfachgesetzlichen Regelungen &uuml;ber das Verfahren so gestalten, dass die b&uuml;rokratischen Anforderungen auf das erforderliche Ma&szlig; beschr&auml;nkt werden. Insbesondere halten wir die freie Sammlung von Unterschriften f&uuml;r das Volksbegehren f&uuml;r sinnvoll, sowie die Nutzung von Unterschriftenlisten anstelle von Einzelb&ouml;gen.\n\nDie neuen Regelungen auf Bezirksebene zum B&uuml;rgerbegehren und B&uuml;rgerentscheid und die sonstigen Erweiterungen der B&uuml;rgerbeteiligung auf Bezirksebene wie zum Beispiel die Einwohnerinitiative und die B&uuml;rgerversammlung sind erst im Juni 2005 in Kraft getreten. Die allerersten Erfahrungen zeigen, dass B&uuml;rgerbegehren und B&uuml;rgerentscheid angenommen werden. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass die Entwicklung hin zu mehr B&uuml;rgerbeteiligung in den verschiedensten Formen weitergehen wird. Fertige Pl&auml;ne haben wir dazu nach nur einem Jahr nicht in der Schublade. Die Praxis wird zeigen, wo es gegebenenfalls Korrekturbedarf gibt oder wo sich weitere W&uuml;nsche und Bed&uuml;rfnisse konkreter Mitgestaltung ergeben. Vieles k&ouml;nnen die Bezirke bereits selbst regeln. Falls hier weitere Gesetzes&auml;nderungen erforderlich sein sollten, sind wir offen.\n\n2) Was wollen Sie tun, damit das Berliner Informationsfreiheitsgesetz k&uuml;nftig verst&auml;rkt in Anspruch genommen werden kann?\n\nDas Berliner Informationsfreiheitsgesetz ist nach dem Brandenburger Akteneinsichts- und Informationszugangsgesetz das zweite Gesetz dazu in Deutschland. Seitdem haben nur noch zwei weitere Bundesl&auml;nder und der Bund entsprechende Gesetz beschlossen. Dabei ist zu beachten, dass die gesetzliche Regelung f&uuml;r das Land Berlin deutlich offener ist, als etwa die des Bundes. Es gibt einen eigenen Landesbeauftragten f&uuml;r die Informationsfreiheit und den Datenschutz. Das Thema der Informationsfreiheit ist in der interessierten &Ouml;ffentlichkeit auch bekannt und wird sicherlich durch Institutionen wie Transparency International und die j&uuml;ngst gegr&uuml;ndete Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit noch bekannter werden. Wo einzelnen Geb&uuml;hrentatbest&auml;nde &uuml;berh&ouml;ht sind und potenzielle Interessenten abschrecken, k&ouml;nnen wir uns vorstellen, dies anzupassen.\n\nDas gr&ouml;&szlig;te Hindernis f&uuml;r die st&auml;rkere Inanspruchnahme des Berliner Informationsfreiheitsgesetzes werden wir jedoch wahrscheinlich nicht beseitigen k&ouml;nnen: Die Lekt&uuml;re von Akten ist selbst bei brisanten Sachverhalten, die Gegenstand von Untersuchungsaussch&uuml;ssen sind, ganz &uuml;berwiegend eine m&uuml;hsame und langweilige Angelegenheit, vor der viele Menschen zur&uuml;ckschrecken.\n\n3) Mit welchen Ma&szlig;nahmen wollen Sie b&uuml;rgerschaftliches Engagement st&auml;rken? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte.\n\nB&uuml;rgerschaftliches Engagement ist in einer Gro&szlig;stadt wie Berlin von herausragender Bedeutung. Die Politik muss Rahmenbedingungen f&uuml;r die Einwohnerinnen und Einwohner schaffen, um deren gesellschaftliche Teilhabe zu erm&ouml;glichen. Dazu wollen wir vor allem die positiven Erfahrungen aus dem Quartiersmanagement nutzen und eine noch h&ouml;here Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren durch mehr unmittelbare Entscheidungskompetenz erreichen. Dar&uuml;ber hinaus wollen wir F&ouml;rderinstrumente zur Unterst&uuml;tzung ehrenamtlicher T&auml;tigkeit im Kulturbereich entwickeln. Schlie&szlig;lich wollen wir B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger auf der kommunalen Ebene st&auml;rker an Entscheidungsprozessen beteiligen und unterst&uuml;tzen Instrumente wie kommunale B&uuml;rgerhaushalte.\n\n4) Wie stehen Sie zur Einf&uuml;hrung des (religi&ouml;s und weltanschaulich neutralen) Schulfaches Ethik und welche &Auml;nderungen fordern Sie gegebenenfalls?\n\nDie SPD ist eindeutig f&uuml;r ein solches Schulfach. Sie hat die Entscheidung daf&uuml;r im Parlament durchgesetzt und wird sie praktisch umsetzen.\n\n5) Was wollen Sie tun, um die Bildungschancen von sozial benachteiligten Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern und Kindern mit Sprachdefiziten zu verbessern? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte.\n\nDer Erwerb deutscher Sprachkenntnisse ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Bildungs- und Integrationspolitik. Sprachdefizite sollen nach M&ouml;glichkeit bereits in den Kindertagesst&auml;tten behoben werden. Durch die Qualifizierung unserer Erzieherinnen wird der Spracherwerb in den Kitas noch mehr in den Mittelpunkt der Arbeit ger&uuml;ckt. Schulen m&uuml;ssen sich ihren Quartieren &ouml;ffnen. Vor allem durch die Elternsprachkurse an den Schulen werden die famili&auml;ren Bedingungen f&uuml;r die Kinder erheblich verbessert. Auch die Einf&uuml;hrung des kostenfreien letzten Kita-Jahres tr&auml;gt zur Verbesserung der Bildungschancen sozial benachteiligter Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler bei. Wir wollen, dass unsere Kinder m&ouml;glichst lange gemeinsam lernen und ein durchl&auml;ssiges, qualitativ hochwertiges Schulsystem.\n\n6) Wie wollen Sie die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte.\n\nBildung steht im Vordergrund. Das Bewusstsein der Migranten f&uuml;r die Bedeutung von Schul- und Berufsabschl&uuml;ssen muss ebenso wie die Bildungsangebote verst&auml;rkt werden. Dort, wo ungekl&auml;rte Statusfragen einer Integrationsbereitschaft im Wege stehen, m&uuml;ssen wir etwa mit einer Bleiberechtsregelung f&uuml;r Klarheit sorgen (siehe unten).\n\n7) Wie wollen Sie Fl&uuml;chtlingen, insbesondere langj&auml;hrig Geduldeten, eine Integrationsperspektive bieten? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte.\n\nHier kann man nur bundeseinheitlich vorgehen, sodass die SPD darauf angewiesen ist, dass auch die CDU die Notwendigkeit einer Bleiberechtsregelung f&uuml;r Altf&auml;lle begreift. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen wir erreichen, dass das Verfahren zur Anerkennung von Fl&uuml;chtlingen als Asylbewerber oder aus sonstigen humanit&auml;ren Gr&uuml;nden so beschleunigt wird, dass in der Regel binnen ein bis zwei Jahren &uuml;ber den Status Klarheit besteht. Dann sollten die Menschen entsprechend der Entscheidung entweder in ihre Heimatl&auml;nder zur&uuml;ckkehren, oder es sollte ihnen eine langfristige Perspektive geboten werden, die auch eine Arbeitserlaubnis einschlie&szlig;t.\n\nStrafvollzug\n\n1) Obwohl Straftaten abnehmen, nimmt die Zahl der Inhaftierten zu. Welche Ma&szlig;nahmen zur Vermeidung von Gef&auml;ngnisaufenthalten sollten aus Ihrer Sicht ergriffen werden?\n\nDas Programm \"Schwitzen statt Sitzen\" zur Abwehr der Ersatzfreiheitsstrafe sollte ausgebaut werden. Berlin hat damit sehr gute Erfolge und liegt bundesweit im oberen Bereich.\n\n2) Bei den vorzeitigen Entlassungen auf Bew&auml;hrung liegt Berlin bundesweit ganz hinten. Wie kann Berlin hier seine Position verbessern?\n\nBerlin ist f&uuml;hrend bei Vollzugslockerungen. Mancher positive Effekt der vorzeitigen Entlassung auf Bew&auml;hrung wird beispielsweise durch die Verlegung in den offenen Vollzug erreicht. Dennoch w&auml;re es auch aus unserer Sicht sinnvoll, wenn von den M&ouml;glichkeiten der vorzeitigen Entlassung auf Bew&auml;hrung in umfangreicherem Ma&szlig;e Gebrauch gemacht w&uuml;rde. Sie dient nicht nur der Entlastung der Haftanstalten, sondern schafft f&uuml;r den Gefangen in der schwierigen Zeit nach seiner Entlassung einen erheblichen Zusatzanreiz, nicht wieder straff&auml;llig zu werden. Das kann mit Bew&auml;hrungsauflagen flankiert werden. Die Entscheidung dar&uuml;ber liegt jedoch weder in der Zust&auml;ndigkeit des Abgeordnetenhauses, noch des Senats, sondern in der Hand unabh&auml;ngiger Richter; und das wird auch so bleiben. Allerdings kann man beispielsweise bei Fortbildungsveranstaltungen st&auml;rker auf diese M&ouml;glichkeit hinweisen.\n\n3) Einige unserer Haftanstalten sind in einem sehr schlechten Zustand. Wie wollen Sie die Haftbedingungen verbessern?\n\nDer Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering wird dazu beitragen, die &Uuml;berbelegungssituation zu beenden und leistet dadurch den entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Haftbedingungen auch in den &uuml;brigen Anstalten, einfach weil der einzelne Gefangene mehr Platz haben wird. Ungeachtet dessen wird man sicherlich auch den baulichen Zustand einzelner Anstalten verbessern m&uuml;ssen und ggf. auch Geb&auml;udeteile nicht weiter zur Unterbringung von Gefangenen nutzen.\n\n4) Glauben Sie, dass nach dem Aussch&ouml;pfen aller M&ouml;glichkeiten der Haftvermeidung und vorzeitigen Entlassungen auf Bew&auml;hrung der geplante Gef&auml;ngnisneubau in Gro&szlig;beeren immer noch n&ouml;tig ist?\n\nDer Neubau des JVA Heidering ist notwendig, um der &Uuml;berbelegungssituation entgegenzuwirken, denn die Gefangenen haben einen Anspruch auf menschenw&uuml;rdige Unterbringung. Die Entwicklung der letzten Jahre - auch unter der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung - hat eher zu eine Ausweitung von Straftatbest&auml;nden und in vielen F&auml;llen zur Erh&ouml;hung des Strafrahmens gef&uuml;hrt. Als Beispiel sei nur der Bereich des Sexualstrafrechts erw&auml;hnt. Die Gerichte treffen h&auml;rtere Entscheidungen. Das alles wird auch unter Ber&uuml;cksichtigung des demographischen Faktors nicht dazu f&uuml;hren, dass wir auf eine Entlastung der Haftanstalten hoffen d&uuml;rfen.","link":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/","name":"SPD","slug":"spd","taxonomy":"category","parent":52,"meta":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>SPD Archive - HU Berlin-Brandenburg<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"SPD Archive - HU Berlin-Brandenburg\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Innenpolitik 1) Unter welchen Voraussetzungen halten Sie Video&uuml;berwachung an &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Orten (z. B. U-Bahnen) f&uuml;r zumutbar? Die Video&uuml;berwachung an Orten wie der U-Bahn ist vor allem eine Sache des Hausrechts des Eigent&uuml;mers. Eine generelle Video&uuml;berwachung auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en und Pl&auml;tzen lehnen wir ab, da damit die Kriminalit&auml;t oftmals nur verlagert wird. An gef&auml;hrdeten Orten halten wir jedoch eine Video&uuml;berwachung f&uuml;r richtig. Bahnh&ouml;fe sind, wie die Terroranschl&auml;ge in London und Madrid zeigen, gef&auml;hrdet. Insofern halten wir die Entscheidung der BVG und der Deutschen Bahn, im Rahmen ihres Hausrechts in den Bahnh&ouml;fen eine Video&uuml;berwachung durchzuf&uuml;hren, f&uuml;r richtig. Zwar lassen sich unmittelbar bevorstehende Anschl&auml;ge nicht verhindern, doch konnte zum Beispiel in London nach dem fehlgeschlagenen Anschlagsversuch einer Wiederholung verhindert werden. In jedem Fall m&uuml;ssen die Regeln des Datenschutzrechts beachtet werden. Insbesondere d&uuml;rfen die Videoaufnahmen, falls eine Speicherung erfolgt, nur so lange gespeichert werden, wie erforderlich. Es d&uuml;rfen auch nicht mehr Personen als erforderlich Zugang zu den gespeicherten Aufnahmen haben. 2) Bef&uuml;rworten Sie die Einrichtung einer unabh&auml;ngigen Beschwerdestelle, die Vorw&uuml;rfen unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen polizeilichen Handelns nachgeht(Polizeibeauftragte\/r)? F&auml;lle, in denen der Polizei vorgeworfen wird, unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gehandelt zu haben, werden in der Regel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses thematisiert. Die Polizeif&uuml;hrung ist nach unserer Erfahrung ehrlich bem&uuml;ht, die Sachverhalte aufzukl&auml;ren. Wir haben den Eindruck, dass mit dem Anspruch gearbeitet wird, aus Fehlern zu lernen, anstatt zu vertuschen oder zu verharmlosen. Vor diesem Hintergrund glauben wir nicht, dass die Einrichtung eines Polizeibeauftragten zu einem h&ouml;heren Ma&szlig; an Sachaufkl&auml;rung beitragen k&ouml;nnte. 3) Bef&uuml;rworten Sie eine individuelle Kennzeichnung von Polizistinnen und Polizisten? Wir bef&uuml;rworten die individuelle Kennzeichnung von Polizistinnen und Polizisten. In weiten Bereichen ist das Tragen der Namensschilder bereits jetzt die Regel. Eine individuelle Kennzeichnung von Polizeibeamten in geschlossenen Eins&auml;tzen durch eine Buchstaben oder Zahlenkombination halten wir ebenfalls f&uuml;r richtig. Dies wollen wir jedoch nicht gegen die Sorgen der Polizeibeamtinnen und -beamten durchsetzen,sondern die Polizeibeamten davon &uuml;berzeugen, dass sie allen Grund haben, dem B&uuml;rger selbstbewusst und deswegen auch offen gegen&uuml;berzutreten. dem Ansehen Deutschlands bzw. Berlins in der Welt schaden k&ouml;nnten? Das Ansehen Deutschlands in der Welt beruht auf dem Aufbau einer freiheitlichen Demokratie nach der NS-Diktatur. Gerade deshalb k&ouml;nnen Versammlungen nicht allein deswegen verboten werden, weil es dem Ansehen Deutschlands schaden k&ouml;nnte. in der N&auml;he von Parlamentsgeb&auml;uden stattfinden? Demonstrationen sollten auch in der N&auml;he von Parlamentsgeb&auml;uden stattfinden k&ouml;nnen. Allerdings sollte dabei darauf geachtet werden, dass Sitzungen des Parlamentes nicht gest&ouml;rt werden. Insbesondere sollten die Parlamentarier ihre Entscheidungen nicht unter dem &#8222;Druck der Stra&szlig;e&#8220; treffen, sondern in sorgf&auml;ltiger Abw&auml;gung. Deshalb ist aus unserer Sicht die derzeitige Rechtslage eine gute L&ouml;sung, Versammlungen in Parlamentsn&auml;he an den Tagen zuzulassen, an denen keine Sitzungen des Abgeordnetenhauses oder seiner Organe und Aussch&uuml;sse stattfinden. Sie gilt im Land Berlin f&uuml;r das Abgeordnetenhaus und auf Bundesebene f&uuml;r den Reichstag. die Menschenw&uuml;rde beeintr&auml;chtigen? Versammlungen, die die Menschenw&uuml;rde beeintr&auml;chtigen, sind bereits jetzt verboten. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ist im Zusammenhang mit anderen Grundrechten zu sehen. Die Menschenw&uuml;rde steht dabei &uuml;ber allen anderen Grundrechten. 5) Bef&uuml;rworten Sie die Abschaffung verdachtsunabh&auml;ngiger Kontrollen an so genannten kriminalit&auml;tsbelasteten Orten? Wir haben die verdachtsunabh&auml;ngiger Kontrollen von Fahrzeugen, die sog. &#8222;Schleierfahndung&#8220; nach sorgf&auml;ltiger Pr&uuml;fung abgeschafft, weil die Polizei uns dargelegt hat, dass diese Eingriffsbefugnis f&uuml;r sie nicht erforderlich ist. Weiterhin ist die Polizei nach &sect; 21 Abs. 2 ASOG unter engen Voraussetzungen befugt, die Identit&auml;t von Personen festzustellen, wenn sie sich an bestimmten Orten aufhalten, die man verk&uuml;rzt damit beschreiben kann, dass sie kriminalit&auml;tsbelastetet sind. Dazu z&auml;hlt beispielsweise, dass dort Straftaten von erheblicher Bedeutung verabredet, vorbereitet oder ver&uuml;bt werden sollen oder dass sich dort Straft&auml;ter aufhalten. Diese Befugnis halten wir f&uuml;r sinnvoll und wollen sie beibehalten. 6) Bef&uuml;rworten Sie die Abschaffung der Rasterfahndung? Zun&auml;chst gilt es, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum nordrhein-westf&auml;lischen Polizeigesetz sorgf&auml;ltig auszuwerten. Vieles spricht daf&uuml;r, dass die Berliner Regelung, die enger gefasst ist, Bestand haben wird. Eine weitere Frage ist, ob die Rasterfandung nach den bisherigen Erfahrungen &uuml;berhaupt ein geeignetes Mittel zur Abwehr terroristischer Angriffe ist. Dies muss man nun bezogen auf denkbare zuk&uuml;nftige Bedrohungslage analysieren. 7) Bef&uuml;rworten Sie das zwangsweise Verabreichen von Brechmitteln bei Menschen, die des Drogenhandels verd&auml;chtigt werden? Eine Person, die gro&szlig;e Mengen an Drogen im eigenen K&ouml;rper schmuggelt, ist damit nicht nur an einem organisierten Verbrechen beteiligt, das viele Drogenabh&auml;ngige das Leben kostet, sondern gef&auml;hrdet auch sich selbst in ganz erheblichem Ma&szlig;e. Zumeist werden diese Drogen in Kondomen oder sehr d&uuml;nnen Beh&auml;ltnissen geschluckt. Die Besch&auml;digung der Verpackung und die augenblickliche Freisetzung der Drogensubstanz f&uuml;hrt zu einer &Uuml;berdosis, die in der Regel zu schwersten Gesundheitssch&auml;den oder zum Tode f&uuml;hrt. Das rechtfertigt in begr&uuml;ndeten Verdachtsf&auml;llen die Verabreichung von Brechmitteln unter &auml;rztlicher Aufsicht. Es muss dabei sichergestellt sein, dass die Verabreichung des Brechmittels nicht seinerseits wegen einer Vorsch&auml;digung der Gesundheit des mutma&szlig;lichen Drogenkuriers zu Komplikationen f&uuml;hrt. Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe 1) Bef&uuml;rworten Sie &#8211; &uuml;ber die beschlossenen Ver&auml;nderungen bei B&uuml;rgerbegehren und Volksentscheid &#8211; weitere Verbesserungen f&uuml;r direktdemokratische Verfahren? Wenn ja, welche? Die Neuregelungen zum Volksbegehren und Volksentscheid gelten erst im Falle der Zustimmung der Wahlberechtigten am 17. September. Sollte sich das Volk f&uuml;r die Annahme dieser Neuregelung entscheiden, was wir sehr hoffen und wof&uuml;r wir werben, so werden wir die einfachgesetzlichen Regelungen &uuml;ber das Verfahren so gestalten, dass die b&uuml;rokratischen Anforderungen auf das erforderliche Ma&szlig; beschr&auml;nkt werden. Insbesondere halten wir die freie Sammlung von Unterschriften f&uuml;r das Volksbegehren f&uuml;r sinnvoll, sowie die Nutzung von Unterschriftenlisten anstelle von Einzelb&ouml;gen. Die neuen Regelungen auf Bezirksebene zum B&uuml;rgerbegehren und B&uuml;rgerentscheid und die sonstigen Erweiterungen der B&uuml;rgerbeteiligung auf Bezirksebene wie zum Beispiel die Einwohnerinitiative und die B&uuml;rgerversammlung sind erst im Juni 2005 in Kraft getreten. Die allerersten Erfahrungen zeigen, dass B&uuml;rgerbegehren und B&uuml;rgerentscheid angenommen werden. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass die Entwicklung hin zu mehr B&uuml;rgerbeteiligung in den verschiedensten Formen weitergehen wird. Fertige Pl&auml;ne haben wir dazu nach nur einem Jahr nicht in der Schublade. Die Praxis wird zeigen, wo es gegebenenfalls Korrekturbedarf gibt oder wo sich weitere W&uuml;nsche und Bed&uuml;rfnisse konkreter Mitgestaltung ergeben. Vieles k&ouml;nnen die Bezirke bereits selbst regeln. Falls hier weitere Gesetzes&auml;nderungen erforderlich sein sollten, sind wir offen. 2) Was wollen Sie tun, damit das Berliner Informationsfreiheitsgesetz k&uuml;nftig verst&auml;rkt in Anspruch genommen werden kann? Das Berliner Informationsfreiheitsgesetz ist nach dem Brandenburger Akteneinsichts- und Informationszugangsgesetz das zweite Gesetz dazu in Deutschland. Seitdem haben nur noch zwei weitere Bundesl&auml;nder und der Bund entsprechende Gesetz beschlossen. Dabei ist zu beachten, dass die gesetzliche Regelung f&uuml;r das Land Berlin deutlich offener ist, als etwa die des Bundes. Es gibt einen eigenen Landesbeauftragten f&uuml;r die Informationsfreiheit und den Datenschutz. Das Thema der Informationsfreiheit ist in der interessierten &Ouml;ffentlichkeit auch bekannt und wird sicherlich durch Institutionen wie Transparency International und die j&uuml;ngst gegr&uuml;ndete Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit noch bekannter werden. Wo einzelnen Geb&uuml;hrentatbest&auml;nde &uuml;berh&ouml;ht sind und potenzielle Interessenten abschrecken, k&ouml;nnen wir uns vorstellen, dies anzupassen. Das gr&ouml;&szlig;te Hindernis f&uuml;r die st&auml;rkere Inanspruchnahme des Berliner Informationsfreiheitsgesetzes werden wir jedoch wahrscheinlich nicht beseitigen k&ouml;nnen: Die Lekt&uuml;re von Akten ist selbst bei brisanten Sachverhalten, die Gegenstand von Untersuchungsaussch&uuml;ssen sind, ganz &uuml;berwiegend eine m&uuml;hsame und langweilige Angelegenheit, vor der viele Menschen zur&uuml;ckschrecken. 3) Mit welchen Ma&szlig;nahmen wollen Sie b&uuml;rgerschaftliches Engagement st&auml;rken? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte. B&uuml;rgerschaftliches Engagement ist in einer Gro&szlig;stadt wie Berlin von herausragender Bedeutung. Die Politik muss Rahmenbedingungen f&uuml;r die Einwohnerinnen und Einwohner schaffen, um deren gesellschaftliche Teilhabe zu erm&ouml;glichen. Dazu wollen wir vor allem die positiven Erfahrungen aus dem Quartiersmanagement nutzen und eine noch h&ouml;here Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren durch mehr unmittelbare Entscheidungskompetenz erreichen. Dar&uuml;ber hinaus wollen wir F&ouml;rderinstrumente zur Unterst&uuml;tzung ehrenamtlicher T&auml;tigkeit im Kulturbereich entwickeln. Schlie&szlig;lich wollen wir B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger auf der kommunalen Ebene st&auml;rker an Entscheidungsprozessen beteiligen und unterst&uuml;tzen Instrumente wie kommunale B&uuml;rgerhaushalte. 4) Wie stehen Sie zur Einf&uuml;hrung des (religi&ouml;s und weltanschaulich neutralen) Schulfaches Ethik und welche &Auml;nderungen fordern Sie gegebenenfalls? Die SPD ist eindeutig f&uuml;r ein solches Schulfach. Sie hat die Entscheidung daf&uuml;r im Parlament durchgesetzt und wird sie praktisch umsetzen. 5) Was wollen Sie tun, um die Bildungschancen von sozial benachteiligten Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern und Kindern mit Sprachdefiziten zu verbessern? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte. Der Erwerb deutscher Sprachkenntnisse ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Bildungs- und Integrationspolitik. Sprachdefizite sollen nach M&ouml;glichkeit bereits in den Kindertagesst&auml;tten behoben werden. Durch die Qualifizierung unserer Erzieherinnen wird der Spracherwerb in den Kitas noch mehr in den Mittelpunkt der Arbeit ger&uuml;ckt. Schulen m&uuml;ssen sich ihren Quartieren &ouml;ffnen. Vor allem durch die Elternsprachkurse an den Schulen werden die famili&auml;ren Bedingungen f&uuml;r die Kinder erheblich verbessert. Auch die Einf&uuml;hrung des kostenfreien letzten Kita-Jahres tr&auml;gt zur Verbesserung der Bildungschancen sozial benachteiligter Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler bei. Wir wollen, dass unsere Kinder m&ouml;glichst lange gemeinsam lernen und ein durchl&auml;ssiges, qualitativ hochwertiges Schulsystem. 6) Wie wollen Sie die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte. Bildung steht im Vordergrund. Das Bewusstsein der Migranten f&uuml;r die Bedeutung von Schul- und Berufsabschl&uuml;ssen muss ebenso wie die Bildungsangebote verst&auml;rkt werden. Dort, wo ungekl&auml;rte Statusfragen einer Integrationsbereitschaft im Wege stehen, m&uuml;ssen wir etwa mit einer Bleiberechtsregelung f&uuml;r Klarheit sorgen (siehe unten). 7) Wie wollen Sie Fl&uuml;chtlingen, insbesondere langj&auml;hrig Geduldeten, eine Integrationsperspektive bieten? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte. Hier kann man nur bundeseinheitlich vorgehen, sodass die SPD darauf angewiesen ist, dass auch die CDU die Notwendigkeit einer Bleiberechtsregelung f&uuml;r Altf&auml;lle begreift. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen wir erreichen, dass das Verfahren zur Anerkennung von Fl&uuml;chtlingen als Asylbewerber oder aus sonstigen humanit&auml;ren Gr&uuml;nden so beschleunigt wird, dass in der Regel binnen ein bis zwei Jahren &uuml;ber den Status Klarheit besteht. Dann sollten die Menschen entsprechend der Entscheidung entweder in ihre Heimatl&auml;nder zur&uuml;ckkehren, oder es sollte ihnen eine langfristige Perspektive geboten werden, die auch eine Arbeitserlaubnis einschlie&szlig;t. Strafvollzug 1) Obwohl Straftaten abnehmen, nimmt die Zahl der Inhaftierten zu. Welche Ma&szlig;nahmen zur Vermeidung von Gef&auml;ngnisaufenthalten sollten aus Ihrer Sicht ergriffen werden? Das Programm &#8222;Schwitzen statt Sitzen&#8220; zur Abwehr der Ersatzfreiheitsstrafe sollte ausgebaut werden. Berlin hat damit sehr gute Erfolge und liegt bundesweit im oberen Bereich. 2) Bei den vorzeitigen Entlassungen auf Bew&auml;hrung liegt Berlin bundesweit ganz hinten. Wie kann Berlin hier seine Position verbessern? Berlin ist f&uuml;hrend bei Vollzugslockerungen. Mancher positive Effekt der vorzeitigen Entlassung auf Bew&auml;hrung wird beispielsweise durch die Verlegung in den offenen Vollzug erreicht. Dennoch w&auml;re es auch aus unserer Sicht sinnvoll, wenn von den M&ouml;glichkeiten der vorzeitigen Entlassung auf Bew&auml;hrung in umfangreicherem Ma&szlig;e Gebrauch gemacht w&uuml;rde. Sie dient nicht nur der Entlastung der Haftanstalten, sondern schafft f&uuml;r den Gefangen in der schwierigen Zeit nach seiner Entlassung einen erheblichen Zusatzanreiz, nicht wieder straff&auml;llig zu werden. Das kann mit Bew&auml;hrungsauflagen flankiert werden. Die Entscheidung dar&uuml;ber liegt jedoch weder in der Zust&auml;ndigkeit des Abgeordnetenhauses, noch des Senats, sondern in der Hand unabh&auml;ngiger Richter; und das wird auch so bleiben. Allerdings kann man beispielsweise bei Fortbildungsveranstaltungen st&auml;rker auf diese M&ouml;glichkeit hinweisen. 3) Einige unserer Haftanstalten sind in einem sehr schlechten Zustand. Wie wollen Sie die Haftbedingungen verbessern? Der Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering wird dazu beitragen, die &Uuml;berbelegungssituation zu beenden und leistet dadurch den entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Haftbedingungen auch in den &uuml;brigen Anstalten, einfach weil der einzelne Gefangene mehr Platz haben wird. Ungeachtet dessen wird man sicherlich auch den baulichen Zustand einzelner Anstalten verbessern m&uuml;ssen und ggf. auch Geb&auml;udeteile nicht weiter zur Unterbringung von Gefangenen nutzen. 4) Glauben Sie, dass nach dem Aussch&ouml;pfen aller M&ouml;glichkeiten der Haftvermeidung und vorzeitigen Entlassungen auf Bew&auml;hrung der geplante Gef&auml;ngnisneubau in Gro&szlig;beeren immer noch n&ouml;tig ist? Der Neubau des JVA Heidering ist notwendig, um der &Uuml;berbelegungssituation entgegenzuwirken, denn die Gefangenen haben einen Anspruch auf menschenw&uuml;rdige Unterbringung. Die Entwicklung der letzten Jahre &#8211; auch unter der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung &#8211; hat eher zu eine Ausweitung von Straftatbest&auml;nden und in vielen F&auml;llen zur Erh&ouml;hung des Strafrahmens gef&uuml;hrt. Als Beispiel sei nur der Bereich des Sexualstrafrechts erw&auml;hnt. Die Gerichte treffen h&auml;rtere Entscheidungen. Das alles wird auch unter Ber&uuml;cksichtigung des demographischen Faktors nicht dazu f&uuml;hren, dass wir auf eine Entlastung der Haftanstalten hoffen d&uuml;rfen.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"HU Berlin-Brandenburg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"CollectionPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/category\\\/wahl-2011\\\/wahlpruefsteine\\\/spd\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/category\\\/wahl-2011\\\/wahlpruefsteine\\\/spd\\\/\",\"name\":\"SPD Archive - HU Berlin-Brandenburg\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/category\\\/wahl-2011\\\/wahlpruefsteine\\\/spd\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/category\\\/wahl-2011\\\/wahlpruefsteine\\\/spd\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Wahl 2011\",\"item\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/category\\\/wahl-2011\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"Wahlpr\u00fcfsteine\",\"item\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/category\\\/wahl-2011\\\/wahlpruefsteine\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"SPD\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"HU Berlin-Brandenburg\",\"description\":\"Eine weitere HU Network Website\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/berlin.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"SPD Archive - HU Berlin-Brandenburg","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"SPD Archive - HU Berlin-Brandenburg","og_description":"Innenpolitik 1) Unter welchen Voraussetzungen halten Sie Video&uuml;berwachung an &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Orten (z. B. U-Bahnen) f&uuml;r zumutbar? Die Video&uuml;berwachung an Orten wie der U-Bahn ist vor allem eine Sache des Hausrechts des Eigent&uuml;mers. Eine generelle Video&uuml;berwachung auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en und Pl&auml;tzen lehnen wir ab, da damit die Kriminalit&auml;t oftmals nur verlagert wird. An gef&auml;hrdeten Orten halten wir jedoch eine Video&uuml;berwachung f&uuml;r richtig. Bahnh&ouml;fe sind, wie die Terroranschl&auml;ge in London und Madrid zeigen, gef&auml;hrdet. Insofern halten wir die Entscheidung der BVG und der Deutschen Bahn, im Rahmen ihres Hausrechts in den Bahnh&ouml;fen eine Video&uuml;berwachung durchzuf&uuml;hren, f&uuml;r richtig. Zwar lassen sich unmittelbar bevorstehende Anschl&auml;ge nicht verhindern, doch konnte zum Beispiel in London nach dem fehlgeschlagenen Anschlagsversuch einer Wiederholung verhindert werden. In jedem Fall m&uuml;ssen die Regeln des Datenschutzrechts beachtet werden. Insbesondere d&uuml;rfen die Videoaufnahmen, falls eine Speicherung erfolgt, nur so lange gespeichert werden, wie erforderlich. Es d&uuml;rfen auch nicht mehr Personen als erforderlich Zugang zu den gespeicherten Aufnahmen haben. 2) Bef&uuml;rworten Sie die Einrichtung einer unabh&auml;ngigen Beschwerdestelle, die Vorw&uuml;rfen unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen polizeilichen Handelns nachgeht(Polizeibeauftragte\/r)? F&auml;lle, in denen der Polizei vorgeworfen wird, unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gehandelt zu haben, werden in der Regel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses thematisiert. Die Polizeif&uuml;hrung ist nach unserer Erfahrung ehrlich bem&uuml;ht, die Sachverhalte aufzukl&auml;ren. Wir haben den Eindruck, dass mit dem Anspruch gearbeitet wird, aus Fehlern zu lernen, anstatt zu vertuschen oder zu verharmlosen. Vor diesem Hintergrund glauben wir nicht, dass die Einrichtung eines Polizeibeauftragten zu einem h&ouml;heren Ma&szlig; an Sachaufkl&auml;rung beitragen k&ouml;nnte. 3) Bef&uuml;rworten Sie eine individuelle Kennzeichnung von Polizistinnen und Polizisten? Wir bef&uuml;rworten die individuelle Kennzeichnung von Polizistinnen und Polizisten. In weiten Bereichen ist das Tragen der Namensschilder bereits jetzt die Regel. Eine individuelle Kennzeichnung von Polizeibeamten in geschlossenen Eins&auml;tzen durch eine Buchstaben oder Zahlenkombination halten wir ebenfalls f&uuml;r richtig. Dies wollen wir jedoch nicht gegen die Sorgen der Polizeibeamtinnen und -beamten durchsetzen,sondern die Polizeibeamten davon &uuml;berzeugen, dass sie allen Grund haben, dem B&uuml;rger selbstbewusst und deswegen auch offen gegen&uuml;berzutreten. dem Ansehen Deutschlands bzw. Berlins in der Welt schaden k&ouml;nnten? Das Ansehen Deutschlands in der Welt beruht auf dem Aufbau einer freiheitlichen Demokratie nach der NS-Diktatur. Gerade deshalb k&ouml;nnen Versammlungen nicht allein deswegen verboten werden, weil es dem Ansehen Deutschlands schaden k&ouml;nnte. in der N&auml;he von Parlamentsgeb&auml;uden stattfinden? Demonstrationen sollten auch in der N&auml;he von Parlamentsgeb&auml;uden stattfinden k&ouml;nnen. Allerdings sollte dabei darauf geachtet werden, dass Sitzungen des Parlamentes nicht gest&ouml;rt werden. Insbesondere sollten die Parlamentarier ihre Entscheidungen nicht unter dem &#8222;Druck der Stra&szlig;e&#8220; treffen, sondern in sorgf&auml;ltiger Abw&auml;gung. Deshalb ist aus unserer Sicht die derzeitige Rechtslage eine gute L&ouml;sung, Versammlungen in Parlamentsn&auml;he an den Tagen zuzulassen, an denen keine Sitzungen des Abgeordnetenhauses oder seiner Organe und Aussch&uuml;sse stattfinden. Sie gilt im Land Berlin f&uuml;r das Abgeordnetenhaus und auf Bundesebene f&uuml;r den Reichstag. die Menschenw&uuml;rde beeintr&auml;chtigen? Versammlungen, die die Menschenw&uuml;rde beeintr&auml;chtigen, sind bereits jetzt verboten. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ist im Zusammenhang mit anderen Grundrechten zu sehen. Die Menschenw&uuml;rde steht dabei &uuml;ber allen anderen Grundrechten. 5) Bef&uuml;rworten Sie die Abschaffung verdachtsunabh&auml;ngiger Kontrollen an so genannten kriminalit&auml;tsbelasteten Orten? Wir haben die verdachtsunabh&auml;ngiger Kontrollen von Fahrzeugen, die sog. &#8222;Schleierfahndung&#8220; nach sorgf&auml;ltiger Pr&uuml;fung abgeschafft, weil die Polizei uns dargelegt hat, dass diese Eingriffsbefugnis f&uuml;r sie nicht erforderlich ist. Weiterhin ist die Polizei nach &sect; 21 Abs. 2 ASOG unter engen Voraussetzungen befugt, die Identit&auml;t von Personen festzustellen, wenn sie sich an bestimmten Orten aufhalten, die man verk&uuml;rzt damit beschreiben kann, dass sie kriminalit&auml;tsbelastetet sind. Dazu z&auml;hlt beispielsweise, dass dort Straftaten von erheblicher Bedeutung verabredet, vorbereitet oder ver&uuml;bt werden sollen oder dass sich dort Straft&auml;ter aufhalten. Diese Befugnis halten wir f&uuml;r sinnvoll und wollen sie beibehalten. 6) Bef&uuml;rworten Sie die Abschaffung der Rasterfahndung? Zun&auml;chst gilt es, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum nordrhein-westf&auml;lischen Polizeigesetz sorgf&auml;ltig auszuwerten. Vieles spricht daf&uuml;r, dass die Berliner Regelung, die enger gefasst ist, Bestand haben wird. Eine weitere Frage ist, ob die Rasterfandung nach den bisherigen Erfahrungen &uuml;berhaupt ein geeignetes Mittel zur Abwehr terroristischer Angriffe ist. Dies muss man nun bezogen auf denkbare zuk&uuml;nftige Bedrohungslage analysieren. 7) Bef&uuml;rworten Sie das zwangsweise Verabreichen von Brechmitteln bei Menschen, die des Drogenhandels verd&auml;chtigt werden? Eine Person, die gro&szlig;e Mengen an Drogen im eigenen K&ouml;rper schmuggelt, ist damit nicht nur an einem organisierten Verbrechen beteiligt, das viele Drogenabh&auml;ngige das Leben kostet, sondern gef&auml;hrdet auch sich selbst in ganz erheblichem Ma&szlig;e. Zumeist werden diese Drogen in Kondomen oder sehr d&uuml;nnen Beh&auml;ltnissen geschluckt. Die Besch&auml;digung der Verpackung und die augenblickliche Freisetzung der Drogensubstanz f&uuml;hrt zu einer &Uuml;berdosis, die in der Regel zu schwersten Gesundheitssch&auml;den oder zum Tode f&uuml;hrt. Das rechtfertigt in begr&uuml;ndeten Verdachtsf&auml;llen die Verabreichung von Brechmitteln unter &auml;rztlicher Aufsicht. Es muss dabei sichergestellt sein, dass die Verabreichung des Brechmittels nicht seinerseits wegen einer Vorsch&auml;digung der Gesundheit des mutma&szlig;lichen Drogenkuriers zu Komplikationen f&uuml;hrt. Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe 1) Bef&uuml;rworten Sie &#8211; &uuml;ber die beschlossenen Ver&auml;nderungen bei B&uuml;rgerbegehren und Volksentscheid &#8211; weitere Verbesserungen f&uuml;r direktdemokratische Verfahren? Wenn ja, welche? Die Neuregelungen zum Volksbegehren und Volksentscheid gelten erst im Falle der Zustimmung der Wahlberechtigten am 17. September. Sollte sich das Volk f&uuml;r die Annahme dieser Neuregelung entscheiden, was wir sehr hoffen und wof&uuml;r wir werben, so werden wir die einfachgesetzlichen Regelungen &uuml;ber das Verfahren so gestalten, dass die b&uuml;rokratischen Anforderungen auf das erforderliche Ma&szlig; beschr&auml;nkt werden. Insbesondere halten wir die freie Sammlung von Unterschriften f&uuml;r das Volksbegehren f&uuml;r sinnvoll, sowie die Nutzung von Unterschriftenlisten anstelle von Einzelb&ouml;gen. Die neuen Regelungen auf Bezirksebene zum B&uuml;rgerbegehren und B&uuml;rgerentscheid und die sonstigen Erweiterungen der B&uuml;rgerbeteiligung auf Bezirksebene wie zum Beispiel die Einwohnerinitiative und die B&uuml;rgerversammlung sind erst im Juni 2005 in Kraft getreten. Die allerersten Erfahrungen zeigen, dass B&uuml;rgerbegehren und B&uuml;rgerentscheid angenommen werden. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass die Entwicklung hin zu mehr B&uuml;rgerbeteiligung in den verschiedensten Formen weitergehen wird. Fertige Pl&auml;ne haben wir dazu nach nur einem Jahr nicht in der Schublade. Die Praxis wird zeigen, wo es gegebenenfalls Korrekturbedarf gibt oder wo sich weitere W&uuml;nsche und Bed&uuml;rfnisse konkreter Mitgestaltung ergeben. Vieles k&ouml;nnen die Bezirke bereits selbst regeln. Falls hier weitere Gesetzes&auml;nderungen erforderlich sein sollten, sind wir offen. 2) Was wollen Sie tun, damit das Berliner Informationsfreiheitsgesetz k&uuml;nftig verst&auml;rkt in Anspruch genommen werden kann? Das Berliner Informationsfreiheitsgesetz ist nach dem Brandenburger Akteneinsichts- und Informationszugangsgesetz das zweite Gesetz dazu in Deutschland. Seitdem haben nur noch zwei weitere Bundesl&auml;nder und der Bund entsprechende Gesetz beschlossen. Dabei ist zu beachten, dass die gesetzliche Regelung f&uuml;r das Land Berlin deutlich offener ist, als etwa die des Bundes. Es gibt einen eigenen Landesbeauftragten f&uuml;r die Informationsfreiheit und den Datenschutz. Das Thema der Informationsfreiheit ist in der interessierten &Ouml;ffentlichkeit auch bekannt und wird sicherlich durch Institutionen wie Transparency International und die j&uuml;ngst gegr&uuml;ndete Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit noch bekannter werden. Wo einzelnen Geb&uuml;hrentatbest&auml;nde &uuml;berh&ouml;ht sind und potenzielle Interessenten abschrecken, k&ouml;nnen wir uns vorstellen, dies anzupassen. Das gr&ouml;&szlig;te Hindernis f&uuml;r die st&auml;rkere Inanspruchnahme des Berliner Informationsfreiheitsgesetzes werden wir jedoch wahrscheinlich nicht beseitigen k&ouml;nnen: Die Lekt&uuml;re von Akten ist selbst bei brisanten Sachverhalten, die Gegenstand von Untersuchungsaussch&uuml;ssen sind, ganz &uuml;berwiegend eine m&uuml;hsame und langweilige Angelegenheit, vor der viele Menschen zur&uuml;ckschrecken. 3) Mit welchen Ma&szlig;nahmen wollen Sie b&uuml;rgerschaftliches Engagement st&auml;rken? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte. B&uuml;rgerschaftliches Engagement ist in einer Gro&szlig;stadt wie Berlin von herausragender Bedeutung. Die Politik muss Rahmenbedingungen f&uuml;r die Einwohnerinnen und Einwohner schaffen, um deren gesellschaftliche Teilhabe zu erm&ouml;glichen. Dazu wollen wir vor allem die positiven Erfahrungen aus dem Quartiersmanagement nutzen und eine noch h&ouml;here Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren durch mehr unmittelbare Entscheidungskompetenz erreichen. Dar&uuml;ber hinaus wollen wir F&ouml;rderinstrumente zur Unterst&uuml;tzung ehrenamtlicher T&auml;tigkeit im Kulturbereich entwickeln. Schlie&szlig;lich wollen wir B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger auf der kommunalen Ebene st&auml;rker an Entscheidungsprozessen beteiligen und unterst&uuml;tzen Instrumente wie kommunale B&uuml;rgerhaushalte. 4) Wie stehen Sie zur Einf&uuml;hrung des (religi&ouml;s und weltanschaulich neutralen) Schulfaches Ethik und welche &Auml;nderungen fordern Sie gegebenenfalls? Die SPD ist eindeutig f&uuml;r ein solches Schulfach. Sie hat die Entscheidung daf&uuml;r im Parlament durchgesetzt und wird sie praktisch umsetzen. 5) Was wollen Sie tun, um die Bildungschancen von sozial benachteiligten Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern und Kindern mit Sprachdefiziten zu verbessern? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte. Der Erwerb deutscher Sprachkenntnisse ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Bildungs- und Integrationspolitik. Sprachdefizite sollen nach M&ouml;glichkeit bereits in den Kindertagesst&auml;tten behoben werden. Durch die Qualifizierung unserer Erzieherinnen wird der Spracherwerb in den Kitas noch mehr in den Mittelpunkt der Arbeit ger&uuml;ckt. Schulen m&uuml;ssen sich ihren Quartieren &ouml;ffnen. Vor allem durch die Elternsprachkurse an den Schulen werden die famili&auml;ren Bedingungen f&uuml;r die Kinder erheblich verbessert. Auch die Einf&uuml;hrung des kostenfreien letzten Kita-Jahres tr&auml;gt zur Verbesserung der Bildungschancen sozial benachteiligter Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler bei. Wir wollen, dass unsere Kinder m&ouml;glichst lange gemeinsam lernen und ein durchl&auml;ssiges, qualitativ hochwertiges Schulsystem. 6) Wie wollen Sie die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte. Bildung steht im Vordergrund. Das Bewusstsein der Migranten f&uuml;r die Bedeutung von Schul- und Berufsabschl&uuml;ssen muss ebenso wie die Bildungsangebote verst&auml;rkt werden. Dort, wo ungekl&auml;rte Statusfragen einer Integrationsbereitschaft im Wege stehen, m&uuml;ssen wir etwa mit einer Bleiberechtsregelung f&uuml;r Klarheit sorgen (siehe unten). 7) Wie wollen Sie Fl&uuml;chtlingen, insbesondere langj&auml;hrig Geduldeten, eine Integrationsperspektive bieten? Bitte nennen Sie maximal drei Punkte. Hier kann man nur bundeseinheitlich vorgehen, sodass die SPD darauf angewiesen ist, dass auch die CDU die Notwendigkeit einer Bleiberechtsregelung f&uuml;r Altf&auml;lle begreift. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen wir erreichen, dass das Verfahren zur Anerkennung von Fl&uuml;chtlingen als Asylbewerber oder aus sonstigen humanit&auml;ren Gr&uuml;nden so beschleunigt wird, dass in der Regel binnen ein bis zwei Jahren &uuml;ber den Status Klarheit besteht. Dann sollten die Menschen entsprechend der Entscheidung entweder in ihre Heimatl&auml;nder zur&uuml;ckkehren, oder es sollte ihnen eine langfristige Perspektive geboten werden, die auch eine Arbeitserlaubnis einschlie&szlig;t. Strafvollzug 1) Obwohl Straftaten abnehmen, nimmt die Zahl der Inhaftierten zu. Welche Ma&szlig;nahmen zur Vermeidung von Gef&auml;ngnisaufenthalten sollten aus Ihrer Sicht ergriffen werden? Das Programm &#8222;Schwitzen statt Sitzen&#8220; zur Abwehr der Ersatzfreiheitsstrafe sollte ausgebaut werden. Berlin hat damit sehr gute Erfolge und liegt bundesweit im oberen Bereich. 2) Bei den vorzeitigen Entlassungen auf Bew&auml;hrung liegt Berlin bundesweit ganz hinten. Wie kann Berlin hier seine Position verbessern? Berlin ist f&uuml;hrend bei Vollzugslockerungen. Mancher positive Effekt der vorzeitigen Entlassung auf Bew&auml;hrung wird beispielsweise durch die Verlegung in den offenen Vollzug erreicht. Dennoch w&auml;re es auch aus unserer Sicht sinnvoll, wenn von den M&ouml;glichkeiten der vorzeitigen Entlassung auf Bew&auml;hrung in umfangreicherem Ma&szlig;e Gebrauch gemacht w&uuml;rde. Sie dient nicht nur der Entlastung der Haftanstalten, sondern schafft f&uuml;r den Gefangen in der schwierigen Zeit nach seiner Entlassung einen erheblichen Zusatzanreiz, nicht wieder straff&auml;llig zu werden. Das kann mit Bew&auml;hrungsauflagen flankiert werden. Die Entscheidung dar&uuml;ber liegt jedoch weder in der Zust&auml;ndigkeit des Abgeordnetenhauses, noch des Senats, sondern in der Hand unabh&auml;ngiger Richter; und das wird auch so bleiben. Allerdings kann man beispielsweise bei Fortbildungsveranstaltungen st&auml;rker auf diese M&ouml;glichkeit hinweisen. 3) Einige unserer Haftanstalten sind in einem sehr schlechten Zustand. Wie wollen Sie die Haftbedingungen verbessern? Der Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering wird dazu beitragen, die &Uuml;berbelegungssituation zu beenden und leistet dadurch den entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Haftbedingungen auch in den &uuml;brigen Anstalten, einfach weil der einzelne Gefangene mehr Platz haben wird. Ungeachtet dessen wird man sicherlich auch den baulichen Zustand einzelner Anstalten verbessern m&uuml;ssen und ggf. auch Geb&auml;udeteile nicht weiter zur Unterbringung von Gefangenen nutzen. 4) Glauben Sie, dass nach dem Aussch&ouml;pfen aller M&ouml;glichkeiten der Haftvermeidung und vorzeitigen Entlassungen auf Bew&auml;hrung der geplante Gef&auml;ngnisneubau in Gro&szlig;beeren immer noch n&ouml;tig ist? Der Neubau des JVA Heidering ist notwendig, um der &Uuml;berbelegungssituation entgegenzuwirken, denn die Gefangenen haben einen Anspruch auf menschenw&uuml;rdige Unterbringung. Die Entwicklung der letzten Jahre &#8211; auch unter der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung &#8211; hat eher zu eine Ausweitung von Straftatbest&auml;nden und in vielen F&auml;llen zur Erh&ouml;hung des Strafrahmens gef&uuml;hrt. Als Beispiel sei nur der Bereich des Sexualstrafrechts erw&auml;hnt. Die Gerichte treffen h&auml;rtere Entscheidungen. Das alles wird auch unter Ber&uuml;cksichtigung des demographischen Faktors nicht dazu f&uuml;hren, dass wir auf eine Entlastung der Haftanstalten hoffen d&uuml;rfen.","og_url":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/","og_site_name":"HU Berlin-Brandenburg","twitter_card":"summary_large_image","schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"CollectionPage","@id":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/","url":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/","name":"SPD Archive - HU Berlin-Brandenburg","isPartOf":{"@id":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/#website"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/spd\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Wahl 2011","item":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Wahlpr\u00fcfsteine","item":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2011\/wahlpruefsteine\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"SPD"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/","name":"HU Berlin-Brandenburg","description":"Eine weitere HU Network Website","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories\/60","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories"}],"about":[{"href":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/taxonomies\/category"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories\/52"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/presse?categories=60"},{"href":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/termin?categories=60"},{"href":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/thema?categories=60"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}