{"id":56,"count":0,"description":"Forderungen der Humanistischen Union an den neuen Senat von Berlin\n\nDie neuen Mehrheiten im Berliner Abgeordnetenhaus bieten die Chance einer nachhaltigen Neuorientierung in der Landespolitik. Gescheitert ist bei der Wahl der Versuch der CDU, &Auml;ngste vor Terrorismus und Kriminalit&auml;t in populistischer Manier zu instrumentalisieren. Mehrheitlich haben die Berlinerinnen und Berliner f&uuml;r Parteien gestimmt, die Freiheitsrechte bewahren oder st&auml;rken wollen.\n\nAls B&uuml;rgerrechtsorganisation erwarten wir vom neuen Senat eine deutliche Abkehr von der Politik der gro&szlig;en Koalition, die im Bereich der Innenpolitik von schmerzhaften Grundrechtsbeschr&auml;nkungen gekennzeichnet war.\n\nDas durch Finanzaff&auml;ren geschw&auml;chte Vertrauen in die Berliner Politik sowie die desolate Haushaltslage erfordern unseres Erachtens eine aktive Demokratiepolitik, die den parlamentarischen und administrativen Neuanfang erg&auml;nzt um neue Formen der direkten B&uuml;rgerbeteiligung. Wir erinnern daran, dass der neue Senat seine Existenz auch dem Druck verdankt, der durch die breite Beteiligung an dem Volksbegehren f&uuml;r Neuwahlen erzeugt wurde. Die Instrumente der B&uuml;rgerbeteiligung sind unseres Erachtens dringend auszubauen.\n\nDie Politik des k&uuml;nftigen Berliner Senats werden wir an folgenden Forderungen messen:\n\n<b>I. Innenpolitik<\/b><b>a) Polizei und Allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG)<\/b>\n\nAbschaffung der \"verdachtsunabh&auml;ngigen Kontrollen\" (\"gef&auml;hrliche Orte\", lageabh&auml;ngige Kontrollen)\nStreichung der Aufenthaltsverbote an &ouml;ffentlichen Orten ( &sect; 29 Abs. 2 ASOG)\nR&uuml;ckkehr zu Deeskalationskonzepten bei Demonstrationen in Berlin, Unterst&uuml;tzung entsprechender Initiativen von dritter Seite (z.B. f&uuml;r einen gewaltfreien 1. Mai)\nKennzeichnung von Polizisten zur Aufkl&auml;rung eventueller Straftaten im Dienst\nStreichung des Freiwilligen Polizeidienstes (ehem. Polizeireserve)\nKeine Video&uuml;berwachung &ouml;ffentlicher Orte\nVerbesserung der Lebensbedingungen und Kontaktm&ouml;glichkeiten im Abschiebungsgewahrsam\n\n<b>b) Verfassungsschutz<\/b>\n\nKeine zus&auml;tzlichen Haushaltsmittel f&uuml;r den Verfassungsschutz, der als Geheimdienst nur schwer demokratisch kontrolliert werden kann und dessen Nutzen zur Erh&ouml;hung der Sicherheit fraglich ist.\nEvaluation des Verfassungsschutzes durch externe Gremien; Pr&uuml;fung von Sparpotentialen; Verbesserung von Transparenz und politikwissenschaftlicher Kompetenz\nBeendigung der Diskreditierung antifaschistischer Gruppierungen in den Verfassungsschutzberichten\nVerbesserung der Datenschutzes: Kein Begr&uuml;ndungszwang (Nachweis eines berechtigten Interesses) bei Anfragen &uuml;ber gespeicherte Informationen zur eigenen Person\nKeine Ausweitung des Aufgabengebietes auf den Bereich der sogenannten &#132;Organisierten Kriminalit&auml;t&#147;\n\n<b>II. Justizpolitik<\/b>\n\nVerbesserung der durch &Uuml;berbelegung des Strafvollzugs gekennzeichneten Haftbedingungen; Sicherstellung von Resozialisierungsm&ouml;glichkeiten.\nKeine Privatisierung von Gef&auml;ngnissen in Berlin\nVor einem eventuellen Neubau von Haftanstalten sind alle M&ouml;glichkeiten der Haftvermeidung auszusch&ouml;pfen (beispielsweise durch eine Bundesratsinitiative zur Heraufsetzung des Bew&auml;hrungszeitraumes).\nEntlastung der Justiz durch St&auml;rkung des T&auml;ter-Opfer-Ausgleichs und Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen\n\n<b>III. Bildungspolitik<\/b>\n\nEinf&uuml;hrung eines fl&auml;chendeckenden Angebots von Ganztagsschulen\nEinf&uuml;hrung eines au&szlig;erschulisches Programms zur Schlie&szlig;ung der Betreuungsl&uuml;cke f&uuml;r Kinder zwischen 10 und 13 Jahren (\"L&uuml;ckekinder\")\nSt&auml;rkere Unterst&uuml;tzung von privaten Initiativen zur Kinder-\/Sch&uuml;lerInnenbetreuung\nAusbau der Integrationsangebote f&uuml;r Sch&uuml;lerInnen nichtdeutscher Herkunft und deren Eltern an den Schulen\nKeine Einf&uuml;hrung eines Wahlpflichtfachs Religion, stattdessen Schaffung eines weltanschaulich neutralen religionskundlichen Fachs f&uuml;r alle Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler; Gleichberechtigung aller Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften im Falle einer Beibehaltung von freiwilligen, nichtstaatlichen Angeboten.\n\n<b>IV. Sozialpolitik<\/b>\n\n1. Beendigung der Gutschein-Regelung bei der Verpflegung von Fl&uuml;chtlingen in Berlin; Ausnutzung der Spielr&auml;ume des Asylbewerberleistungsgesetzes f&uuml;r einen menschenw&uuml;rdigen Umgang mit Fl&uuml;chtlingen\n2. Einf&uuml;hrung von Druckr&auml;umen sowie bessere medizinische und soziale Betreuung f&uuml;r Drogenabh&auml;ngige\n\n<b>V. Wissenschaft<\/b>\n\nZulassung des allgemeinpolitischen Mandats der Studierendenvertretungen (&Auml;nderung des Landeshochschulgesetzes)\n\n<b>VI. Verkehr<\/b>\n\nSicherstellung eines sozialen Belangen verpflichteten &Ouml;PNV: Freier Zugang f&uuml;r alle und bezahlbare Tarife m&uuml;ssen gew&auml;hrleistet sein.\nReduzierung des &Ouml;PNV-Tarifs f&uuml;r Erwerbslose\n\n<b>VII. Gleichstellungspolitik<\/b>\n\nAusweitung des Anti-Diskriminierungs-Gesetzes des &ouml;ffentlichen Dienstes auf privatwirtschaftliche Bereiche\n&Uuml;berpr&uuml;fung des Berliner Haushaltes anhand einer Gender-Budget-Analyse\n\n<b>VIII. Demokratiepolitik<\/b>\n\nHerabsetzung der H&uuml;rden f&uuml;r Volksbegehren und Volksentscheide\nAusbau des Akteneinsichtsrechts\nF&ouml;rderung zivilgesellschaftlicher Initiativen (z.B. durch Monatskarten f&uuml;r Ehrenamtliche)\n\nForderungen als PDF-Datei","link":"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2006\/forderungen-2001\/","name":"Forderungen 2001","slug":"forderungen-2001","taxonomy":"category","parent":47,"meta":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Forderungen 2001 Archive - HU Berlin-Brandenburg<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/category\/wahl-2006\/forderungen-2001\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Forderungen 2001 Archive - HU Berlin-Brandenburg\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Forderungen der Humanistischen Union an den neuen Senat von Berlin Die neuen Mehrheiten im Berliner Abgeordnetenhaus bieten die Chance einer nachhaltigen Neuorientierung in der Landespolitik. 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Justizpolitik Verbesserung der durch &Uuml;berbelegung des Strafvollzugs gekennzeichneten Haftbedingungen; Sicherstellung von Resozialisierungsm&ouml;glichkeiten. Keine Privatisierung von Gef&auml;ngnissen in Berlin Vor einem eventuellen Neubau von Haftanstalten sind alle M&ouml;glichkeiten der Haftvermeidung auszusch&ouml;pfen (beispielsweise durch eine Bundesratsinitiative zur Heraufsetzung des Bew&auml;hrungszeitraumes). Entlastung der Justiz durch St&auml;rkung des T&auml;ter-Opfer-Ausgleichs und Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen III. 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