Polizeikontrolle, Berlin: Presse, Berlin: Aufmacher - 1.07.10

Polizeikennzeichnung: Brandenburgs CDU weist Berlin den Weg zu mehr Polizeitransparenz

Von: Anja Heinrich

 

Anlässlich der 1. Lesung des CDU-Gesetz-Entwurf zur Einführung einer

Polizeikennzeichnung in Brandenburg am 1. Juli 2010 fordert die

Humanistische-Union Berlin-Brandenburg die Personalvertreter und

Fraktionen in Berlin auf dem Brandenburger Beispiel zu folgen.

 

Die Humanistische Union Berlin-Brandenburg begrüßt den Gesetz-Entwurf

der brandenburgischen CDU, mit der für Brandenburgs Polizisten die

Kennzeichnung mit Namensschildern verbindlich festlegt werden soll.

 

Die Bürgerrechtsorganisation erwartet, dass die rot-rote Landesregierung

in Brandenburg dem Antrag der CDU zustimmt, zumal die

Kennzeichnungspflicht für Polizisten auch im Koalitionsvertrag der

Landesregierung festgeschrieben ist. Es wäre schade, wenn

parteipolitisches Taktieren der Regierungsparteien zum Scheitern der

Kennzeichnungspflicht führen würde.

 

Darüber hinaus hat der Antrag Vorbildfunktion für Berlin. Dort wird die

Einführung der Polizeikennzeichnung durch die Personalvertreter der

Polizei blockiert. Für Anja Heinrich, Geschäftsführerin des HU-

Landesverbandes Berlin-Brandenburg, ist die Blockade-Haltung der

Personalräte völlig unverständlich: "Statt das Vorhaben des

Polizeipräsidenten zu blockieren, sollen die Personalvertreter im Rahmen

des nun anstehenden Einigungsverfahrens lieber Vorschläge für eine für

sie akzeptable Lösung machen. Andernfalls soll das Abgeordnetenhaus die

Kennzeichnungspflicht als Gesetz verabschieden. Schließlich hat auch die

Berliner Landesregierung die Polizeikennzeichnung in ihrem

Koalitionsvertrag stehen. Im Übrigen haben Bündnis 90/ Die Grünen

bereits 2007 einen entsprechenden Antrag eingereicht, über den bisher

noch nicht entschieden wurde."

 

Die Humanistische Union fordert die Einführung der Polizeikennzeichnung

bereits seit den 1960er Jahren. Auf die Notwendigkeit einer solchen

Kennzeichnung für die Aufklärung von rechtswidrigen Polizeiübergriffen

hat die Humanistische Union bereits in einer Petition vom 11. Juli 1968

hingewiesen, die sich an alle Landtage und Bürgerschaften der Länder der

Bundesrepublik richtete.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.humanistische-union.de/themen/innere_sicherheit/polizei/kontrolle

 

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Anja Heinrich

(Landesgeschäftsführerin der Humanistischen Union Berlin-Brandenburg)

Tel. 030-204 25 04