Berlin: Aufmacher - 21.11.11
Von: Axel Bussmer
24. November bis 30. November
Kino Arsenal
Die HU beteiligt sich auch dieses Jahr am Dokumentarfilmfestival „One World Berlin“, das vom Donnerstag, den 24. November, bis zum Mittwoch, den 30. November, im Kino Arsenal (Potsdamer Straße 2, S/U-Bahnhof Potsdamer Platz) stattfindet und präsentiert folgende Filme:
Donnerstag, 24. November, 19.00 Uhr
Eröffnung mit „EXAMINED LIFE“ (Kanada 2008, Regie: Astra Taylor)
Skype-Interview mit einer Filmprotagonistin
Moderation: Werner Koep-Kerstin
„Examined Life“ zeigt acht PhilosophInnen „bei der Arbeit".Cornel West, Avital Ronell, Peter Singer, Kwame Anthony Appiah, Martha Nussbaum, Michael Hardt, Slavoj Žižek und Judith Butler reflektieren, analysieren, formulieren an für sie prägnanten Orten in New York über ihre Ideen und ihr Leben. Taylor hat einen „Walking Heads“-Film gemacht, der gleichzeitig viele für die Menschenrechtsarbeit wichtige Diskurse vorstellt und ihn damit zum geeigneten Eröffnungsfilm für ein Filmfestival über Menschen- und Bürgerrechte macht.
Freitag, 25. November, 19.00 Uhr
OCCUPY WALL STREET: Nobody can predict the moment of Revolution
We People have found our voice
mit Vertretern der hiesige Occupy-Bewegung (angefragt) und Prof. Dr. Dieter Rucht (Soziologe, Bewegungsforscher)
Moderation: Axel Bussmer
Arabischer Frühling – amerikanischer Herbst – deutscher Winter. Die Begeisterung für eine Protestbewegung, die einen Vorstoß in die Höhle des Löwen wagt – den symbolischen und de facto Sitz des internationalen Finanzwesens auf der Wall Street in New York – war die Inspiration für „Occupy Wall Street“. In den vergangenen Wochen schwappte die Bewegung nach Deutschland über und auch in Berlin, in Rufweite des Bundestages, hat die Occupy-Bewegung ihre Zelte aufgeschlagen.
An diesem Abend wollen wir, entgegen den normalen Festivalgepflogenheiten, so aktuell wie möglich sein. Deshalb wird das endgültige Programm auch erst kurz vorher feststehen – und dann vielleicht am Abend geändert werden.
Samstag, 26. November, 15.00 Uhr
ALL WATCHED OVER BY MACHINES OF LOVING GRACE (GB 2011, Regie: Adam Curtis)
mit Axel Bussmer
Der dreistündige Archiv-Essay-Film „All watched over by Machines of Loving Grace“ von Adam Curtis spannt einen weiten historischen Bogen – von den Vordenkern des Neoliberalismus wie Ayn Rand bis zu verheerenden Auswirkungen der brutalen Kolonialpolitik im Kongo. Curtis untersucht die Rolle staatlicher und großwirtschaftlicher Kontrolle – und inwieweit beide Instanzen miteinander verflochten sind. Außerdem beschäftigt er sich mit unserem Glauben, dass es perfekte Systeme geben kann und Computer, anstatt unser Leben einfacher zu gestalten, unsere Weltsicht verändern.
Montag, 28. November, 19.00 Uhr
CENSUREN – EN THRILLER (Schweden 2011, Regie: Peter Normark)
Dear Censor (GB 2011, Regie: Matt Petty)
The Magic Bullet (Ausschnitte, Schweden 2011, Regie: Markus Öhrn)
mit Markus Öhrn
Moderation: Axel Bussmer
Einerseits gibt es in Demokratien keine Zensur. Andererseits gibt es Institutionen, die darüber entscheiden, wie alt man sein muss, um einen Film sehen zu können und die teilweise ein Entfernen der schlimmsten Szenen verlangen, bevor auch Erwachsene die Filme sehen dürfen. An diesem Abend werfen wir daher einen Blick auf die Filmzensur in Schweden und England.
Die schwedische Filmzensur hat pünktlich zum 100. Geburtstag die Arbeit eingestellt. „Censur – en Thriller“ dokumentiert die Behörde im Wandel der Zeiten und Tabus. Die British Film Classification Board dagegen ist noch aktiv. Matt Pellys „Dear Censor“ porträtiert die bisher fünf amtierenden britischen Oberzensoren.
In der Black Box im Eingangsbereich des Arsenals ist für die Dauer des Festivals das 50-stündige Werk „The magic Bullet“ von Markus Öhrn zu sehen. Öhrn hat darin alle Filmszenen, die je auf Anweisung von der schwedischen Zensurbehörde herausgeschnitten werden mussten, zusammengetragen. In diesem Archiv der anderen Art begegnen sich Softcorepornos, Splatterfilme, Filmkunst – und Burt Reynolds und Liza Minnelli.
Nach den beiden Dokumentarfilmen wollen wir uns mit Öhrn über sein Kunstprojekt und die Bedeutung von Filmzensur im Wandel der Zeit unterhalten.
Dienstag, 29. November, 19.00 Uhr
MUSIK ALS WAFFE (D 2010, Regie: Tristan Chytroschek)
mit Tristan Chytroschek
Moderation: Axel Bussmer
Die brisantesten Enthüllungen von Wiki-Leaks betreffen die Militäroperationen der westlichen Streitkräfte in Vorderasien. „Musik als Waffe“ und „Remote Control War“ zeigen hoch unkonventionelle Waffen, die in den jüngsten Kriegen zum Einsatz kamen. Selbst Kinderlieder können bei lautstarker und unablässiger Beschallung zu Folterinstrumenten werden. Und es fehlt nicht viel, bis effektive ferngesteuerte Kampfmaschinen mit Bauteilen vom Elektronikmarkt angefertigt werden können.
Dienstag, 29. November, 21.30 Uhr
REMOTE CONTROL WAR (Kanada 2010, R.: Leif Kaldor)
mit Otfried Nassauer (Leiter des Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS), angefragt)
Moderation: Werner Koep-Kerstin